Von inneren Höllen und göttlicher Heilkraft.

Wochenlang war ich durch ein scheinbar banales Umzugsthema, das sich im Außen an der Entscheidung zwischen zwei Wohnungen manifestierte, in einer Art inneren Hölle gefangen.
Textbeitrag

Von inneren Höllen und göttlicher Heilkraft.

Wochenlang war ich durch ein scheinbar banales Umzugsthema, das sich im Außen an der Entscheidung zwischen zwei Wohnungen manifestierte, in einer Art inneren Hölle gefangen.

Was ich an innerer Dunkelheit und Aussichtslosigkeit schon überwunden glaubte, wurde mir noch einmal in aller Deutlichkeit und Verletzlichkeit vor Augen geführt.

Aus einem unerfindlichen Grund wurde ich über diese Sitaution mit einem Ur-Trauma konfrontiert, das sich für mich nicht anders beschreiben lässt, als die Angst vor der göttlichen Hingabe. Als die Angst, persönliche Wünsche und persönliche Anhaftungen an die eigene (auch systemische) Geschichte aufgeben zu müssen und sich im Gegenzug auf eine totale Ungewissheit einlassen zu sollen.

Eine Ungewissheit, die mich in dieser Zeit, immer wieder als ein innerer Ruf erreichte, als eine Einladung dem zu folgen, was ich zwar wahrnehmen kann, aber was sich wie abgespalten anfühlte. Etwas dem ich nicht voll und ganz vertrauen konnte oder wollte. Immer wieder suchte ich die beiden Plätze, an denen sich die Wohnungen befanden auf und achtete auf äußere und innere Zeichen, Vorkommnisse, Begegnungen und energetische Wahrnehmungen.

Während sich die eine Option mehr als ein gesicherter und idyllischer Rückzugsort mitten in den südsteirischen Weinbergen präsentierte aber sonst wenig in mir auslöste, erlebte ich an dem anderen Ort (für den ich mich letztendlich entschieden habe), heftige Kontraste, die ich mit Manifestations- und Transformationskraft beschreiben würde. Diese Wohnung liegt genau zwischen einer Kapelle und einem Zementwerk das 24 Stunden, 7 Tage pro Woche arbeitet. Ein Teil in mir war von Anfang fasziniert von diesem fortwährend rauchenden Kamin, ein anderer wie abgestoßen von dem brachialen Bau, der hier mitten in der Natur steht. Der Ort von dem die Rede ist, ist übrigens das ehemalige Quellheiligtum Retznei bei Ehrenhausen, an den südsteirischen Ausläufern der Mur.

Immer wieder wenn ich hier zur Ruhe kam, mich auf eine Bank setzte oder entlang des Steinbruchs dahinwanderte, öffneten sich mir mitunter non-duale Raume, bishin zu göttlichen Intuitionen, die recht offensichtlich darauf hindeuteten, dass es hier für mich etwas zu lernen und zu erfahren gäben würde. Gleichzeitig wehrte sich etwas in mir auf das Heftigste diesen Wahrnehmungen zu vertrauen – auch hatte ich den Gedanken, dass es sich um Projektionen des Egos handeln könnten, die mich in eine totale Sackgasse führen würden. “Wenn ich hier nicht in meine Kraft komme, dann bin ich an diesem Ort verloren”, so fühlte es sich an. Wenn ich mich aber wirklich dem höheren und quasi unpersönlichen Willen hingeben kann, dann würde ich Aspekte des Bewusstseins kennenlernen und weiter integrieren können, die mir sonst nur in besonderen Momenten, zB während des Heilströmens, zugänglich sind. In Bezug auf die Anwendungen und Energiearbeit mit Heilströmen schien mir dieser Ort also ebenfalls wie prädestiniert.

Das Ganze spitzte sich letztendlich soweit zu, dass ich beim Unterschreiben des Mietvertrages, meine Hand für ca. 30 Minuten nicht bewegen konnte und mit einer Ausrede das Amtsgebäude verlassen mußte. Dann gab es einen Moment, wo mir klar wurde, jetzt mußt du springen sonst geht es nicht mehr und es folgte eine zittrige Unterschrift.

Sofort fühlte ich wie ein Schwall von Energie frei wurde und mein Geist von Klarheit und Angstfreiheit durchflutet wurde. Es war wahrlich ein Schritt aus der Panikzone in die Selbstbefreiung, in einem einzigen Moment.

Und dennoch waren die nächsten Tage bis zum konkreten Umzug nicht frei von Zweifel – noch einmal starteten alle Gegenprogramme, die sich vor der Entscheidung drücken wollten – noch einmal alles rückgängig machen, doch in die andere Wohnung, mit dem Ausblick in die Weinberge, ziehen (wo ich ebenfalls einen fix fertigen Mietvertrag vorliegen hatte). Ich nutzte dann die Gelegenheit, um in der noch vollkommen leeren Wohnung in Retznei zu übernachten, um noch einmal meine innere Stimme unmittelbar vor Ort zu überprüfen (bis jetzt kannte ich die Wohnung von innen, nur von 2 Besichtigungen).

Die Nacht war kochend heiß, draußen stöhnte das Zementwerk hören und ich lag allein auf einer Matratze. Hingebung setzte ein und Selbstvergessenheit, ein innerer Dialog mit dem Urwesen oder besser ein genaues Hören was dieses Urwesen zu sagen hat. Es hat zu mir gesprochen, und gleichzeitig war klar dass es nicht mehr um mich geht, sondern darum was dieses Namenlose in mir zum Ausdruck bringen möchte. Ich war nicht mehr und nicht weniger als eine Empfangsstation.

Energetisch erlebte ich plötzlich eine allumfassende Harmonisierung, sowohl geistig, gedanklich als auch körperlich. Es war, als würden alle Irritationen der letzten Wochen, aber auch viel tiefer liegende Verletzungen mit einem mal geheilt werden, wenn ich es Hier und Jetzt zulassen kann.

Begriffe wie “Selbstliebeskummer”, “jede Sucht ist Gottes-Furcht”, und die “Hingabe an den göttlichen Frieden” kamen mir ins Bewusstsein – auch als eine Art Rückschau auf den gesamten Prozess.

Ich konnte in dieser Nacht ganz gezielte Fragen stellen, wo es sowohl um private Dinge wie meine Tochter ging, als auch um das, auf was ich mich hier einlassen würde. Die Antworten kamen augenblicklich und in einer unmissverständlichen Klarheit – und gefühltermaßen vollkommen frei und unvermischt von eigenen Gedanken und Persönlichkeitsanteilen. All das zutiefst vergleichbar mit meinem Erleben bei der Wanderung zur Sonnenwende 2020 (hier nachzulesen), nur diesmal in einer ganz praktischen Lebenssituation und mit einer bewussten Entscheidung und Veränderung verbunden.

Dieses Urwesen persönlich wahrzunehmen, fühlte und fühlt sich für mich nach wie vor wie eine direkte Rückanbindung an, die mitten durchs Herz geht.

Eine Wiederverbindung bis Verschmelzung mit dem Göttlichen als dem ureigenen Wesen, das jenseits der persönlichen Geschichte existiert, und dessen Einladung immer wieder darin besteht, die persönliche Geschichte (möglichst) in Liebe zu überwinden und sich einer tieferen Anbindung an den Urgrund allen Seins hinzugeben.

Im Leben lässt es sich dann als göttliche Heilkraft und göttliche Durchdringung erfahren, sobald wir unsere persönlichen Filter und Blockaden mehr und mehr auflösen und uns dafür öffnen können. Es bedarf einer bedingungslosen aber zutiefst freiwilligen Bereitschaft zu dieser Öffnung, die wir in der Regel erst nach sehr hohem Leidensdruck aufbringen. Diese göttliche Sprache immer mehr verstehen zu lernen, ist ein eigenes Kapitel – aber als Inspiration und Möglichkeit scheint es diesen Weg jedoch immer zu geben – sich mit dem wiederzuverbinden, das wir einst verstoßen haben oder verstoßen mußten, um in einer anderen Form von Realität und Selbstwahrnehmung zu überleben.

Die göttliche Heilkraft übersteigt jegliche Vorstellungskraft, weil sie von uns nicht mehr gemacht werden kann.

Wir können sie empfangen, wir können uns darüber austauschen, wir können uns dorthin begleiten, aber letztendlich liegt sie außerhalb unseres Wirkungsbereiches – weil sie ihrem Wesen nach, eine Kraft und eine Intelligenz des Unendlichen ist.

Ein Unendliches das zugleich, das reinste Leben ist – das eine Urwesen das sich in der gesamten Schöpfung und in allen Erscheinungen wiedererkennt und aus dieser Erkenntnis heraus sein Sein und Wirken in der Welt neu ausrichtet – individuell und kollektiv, wenn wir uns auf diese Form kosmischer, selbtschöpferischer, intuitiver Intelligenz, Kreativität und Genialität einlassen.

Die göttliche Bewusstseinsebene liebt es erkannt zu werden, für das was sie ist, um ihr innenwohnendes Potential entsprechend ausspielen zu können. Dass heißt nicht weniger als dass sie auch nur ohne mit der Wimper zu zucken, in der Lage ist, unsere Befindlichkeiten und Beschwerden augenblicklich zu transformieren und zu heilen. Für mein Gefühl trifft genau das, auch auf das Phänomen von Spontanheilungen zu, die aber nichts anderes sind als die Berührung mit einer bestimmten Bewussteinsfrequenz bzw. die Bereitschaft sich dieser auch hinzugeben. Das teile ich hier nicht als persönliche Meinung sondern als Eindruck aus einem Gewahrsein, das sich mir so und nicht anders gezeigt hat.

Und immer wieder finden sich Schilderungen von Menschen, wie zB jene des Musikers Reinhardt Buhr, der auf ein exakt vergleichbares Erleben hinweist: “Das was ich selbst in Jahren des angestrengten Versuchens, nicht zuwege gebracht habe, hat Gott in einem einzigen Augenblick getan.” siehe dazu auch den Kurzfilm von Reinhardt Buhr: A message to our future

Dass es Verletzungen und Traumatisierungen in uns gibt, die so tief sind, dass sie sich sprichwörtlich weigern diesen Prozess der Wiederverbindung zu vollziehen scheint mir mehr denn je ein Auslöser und Grund für die tiefe Sinn- und Lebensangstkrise zu sein, die aktuell auf uns zurollt.

Wenn dieser eine Sinn erfahren wird, ist die Welt kein Ort mehr den wir retten müssen, sondern dann geht es im ersten Schritt vor allem darum, uns selbst zu retten, indem wir uns sprichwörtlich selbst wieder erkennen. Eine Selbsterkenntnis die dann immer befreiter und im gesunden Maß in die Welt hineinwirken kann, weil sie von dieser nicht mehr getrennt ist. Innen wie Außen, Oben wie Unten…

Der Mystiker David Hawkins fasst es so zusammen: “God is the Awareness of Allness.”

Und wenn dieses Göttliche durch unsere menschliche Hülle hindurch kann, dann sind wir All und Eins zugleich, persönliche Essenz und Ganzheit zugleich. Ein Great-Reset der ganz anderen Art, ein Great-Reset der das göttliche Potential im Menschen aufweckt anstatt es mehr und mehr in Angst und Selbstkontraktion zu ersticken – ein Great-Reset ausgerichtet auf Selbsterkenntnis, Selbsterlösung und Selbstbefreiung.

„ICH BIN ein verborgener Schatz und ich liebe es, erkannt zu werden. Also erschuf ich die Welt, auf das ich erkannt würde.“

Sufi-Wahrheitssatz

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